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ISDN-Primärmultiplex-
anschluss
(ISDN-PMx)

Zuverlässige digitale Verbindungen zur Übertragung
von Audio, Video und Daten 

Der ISDN-Primärmultiplexanschluss (englisch: Primary Rate Interface, PRI) ist eine Schnittstelle zur digitalen Anbindung Ihrer unternehmenseigenen Telefonanlage an ein öffentliches Telefonnetz (Public Switched Telephone Network, PSTN).

ISDN (Integrated Services Digital Network) wurde in den 1980er Jahren als digitale Alternative zum analogen Telefonnetz entwickelt. Seither können ISDN-Dienste auf zweierlei Weise bereitgestellt werden: erstens über einen Basisanschluss, der üblicherweise als Schnittstelle für Hochgeschwindigkeits-Wählleitungen genutzt wird, und zweitens über einen Primärmultiplexanschluss (PMxA), der die Übertragung von Audio und Daten über dieselbe physische Leitung unterstützt. 

Die letztere Variante eignet sich hervorragend für Unternehmen, die bandbreitenintensive Anwendungen nutzen und daher auf qualitativ hochwertige digitale Verbindungen mit kurzen Aufbauzeiten angewiesen sind (ungeachtet der Tatsache, dass immer mehr konventionelle Telefonanlagen durch IP-basierte Telefonielösungen ersetzt werden). 

Was ist ein ISDN-PMx-Anschlus?

Ein ISDN-PMx-Anschluss ist eine lokale Vermittlungsstelle zur Herstellung von Telekommunikationsverbindungen, die die Übertragung von Audio, Video und Daten über herkömmliche Kupfer-Telefonleitungen ermöglicht. Daher ist dieses Modell ideal für die Bereitstellung von Unternehmensanwendungen mit hohen Ansprüchen an Datenintegrität, Zuverlässigkeit, Bandbreite und Übertragungsgeschwindigkeit geeignet. Grundsätzlich erfolgt die Übertragung der unterschiedlichen Signale (Audio, Video, Daten, Bilder usw.) über verschiedene Kanäle. 

Wie funktioniert ISDN-PMx?

Wie bereits erwähnt fungiert ein ISDN-PMx-Anschluss als Verbindung zwischen dem lokalen Telefonnetz eines Unternehmensstandorts und der zentralen Vermittlungsstelle. Dabei wird die physische Leitung mit einer Bandbreite von bis zu 1,54 Mbit/s in mehrere digitale Kanäle unterteilt, die dann für die Übertragung von Sprach-, Video- und Datensignalen im Zeitmultiplexverfahren genutzt werden können. In den USA, Kanada und Japan kommen hier T1-Leitungen, in Europa und Australien E1-Leitungen zum Einsatz. In beiden Fällen wird zusätzlich zu den verschiedenen Nutzkanälen ein Signalisierungskanal bereitgestellt, der unter anderem die Übermittlung der Telefonnummer und ID des Anrufers unterstützt.

Wie kann mein Unternehmen von ISDN-PMx-Anschlüssen profitieren?

Viele Unternehmen erhoffen sich von PMx-Anschlüssen drei entscheidende Vorteile: Erstens bietet die Technologie die Möglichkeit, höhere Anrufzahlen zu bewältigen und bestehende konventionelle Telefonnetze effizienter zu nutzen, da jeder PMx-Anschluss verschiedene Kanäle bereitstellt. Dadurch können mehrere Telefone über dieselbe physische Leitung an das unternehmensinterne Netz angeschlossen werden, sodass die anfallenden Verbindungskosten oft deutlich unter denen von separaten analogen Telefonanschlüssen liegen. 

Zweitens ermöglicht ISDN-PMx die Vereinfachung der unternehmenseigenen Telekommunikationsinfrastruktur. Dank der Unterteilung in verschiedene Kanäle kann eine PMx-Verbindung – auch simultan – für lokale Anrufe und Ferngespräche sowie für Sprach-, Daten-, Fax- und Videoübertragungen genutzt werden. Zugleich können externe Anrufer jeden gewünschten Anschluss direkt über eine Durchwahl (und somit ohne vorherige Kontaktaufnahme mit einem automatischen Vermittlungsassistenten) erreichen.

Drittens unterstützt ISDN-PMx nicht nur die Reservierung bestimmter Kanäle für spezifische Nutzer oder Zwecke, sondern auch die Zuweisung mehrerer Kanäle zu einer Telefonnummer. Das bedeutet, dass mehrere simultane Anrufe bei der gleichen Nummer über verschiedene Kanäle entgegengenommen werden können, sodass kein Anrufer das Besetztzeichen zu hören bekommt und dann zu einem späteren Zeitpunkt oder über eine andere Nummer nochmals Kontakt aufnehmen muss. 

All dies macht ISDN-PMx zur idealen Lösung zur

  • Anbindung herkömmlicher PBX-Systeme, die nicht für IP-basierte Telefonie ausgelegt sind
  • Nutzung von Kreditkartenterminals, Alarmsensoren, Abrechnungssystemen, Frankiermaschinen und anderen Geräten, die mit Einwahlmodems ausgestattet und nicht mit auf dem Session Internet Protocol (SIP) basierenden Trunking-Lösungen kompatibel sind
  • Zustellung und den Empfang von Faxen in großem Maßstab (beispielsweise in einer Anwaltskanzlei) 
  • Vermeidung der Abhängigkeit von Datenbandbreite zur Sprachübertragung

Eine mögliche Alternative zu ISDN-PMx ist das sogenannte SIP-Trunking, eine Technologie, die auf dem Voice over Internet Protocol (VoIP) basiert. Derartige Anschlussanlagen sind vor allem für Unternehmen attraktiv, die ihre bestehende Kommunikationsinfrastruktur modernisieren oder rasch ausbauen wollen. Da die Zahl der über einen SIP-Trunk bereitgestellten Kanäle flexibel skalierbar ist, lassen sich verfügbare Telefonkapazitäten innerhalb eines Tages bedarfsgerecht erweitern oder verkleinern. Dadurch bezahlen Unternehmen stets nur für Leitungen, die sie tatsächlich benötigen. 

Außerdem bietet SIP-Trunking die Möglichkeit zur Integration des Telefonsystems mit einer Unified-Communications-Lösung, die mehrere Kommunikationskanäle unterstützt und dadurch die digitale Zusammenarbeit und Produktivität fördert. Und da SIP-Telefonsysteme auf Internetverbindungen statt auf Kupferkabeln basieren, stellen sie für Unternehmen mit mehreren Standorten und mobilen Arbeitsmodellen eine kostengünstige Alternative zu ISDN-PMx-Anschlüssen dar.

Allerdings soll nicht unerwähnt bleiben, dass die Nutzung von SIP-Trunks neben einem Switch, einer robusten Internetverbindung und einem unternehmenseigenen PBX-System auch eine leistungsstarke Firewall zur Abwehr von Cyber-Angriffen erfordert. 

Um hier die richtige Entscheidung treffen zu können, müssen die Verantwortlichen in den Unternehmen zunächst konkrete Zukunftsszenarien und neue Ansätze für die Nutzung moderner Kommunikationstechnologien und die Weiterentwicklung ihrer Infrastruktur entwickeln. Welche verfügbare Technologie jeweils am besten geeignet ist, hängt unter anderem von den aktuellen und künftigen Anforderungen an die Möglichkeiten zur digitalen Zusammenarbeit, die Übertragungsqualität, die Zuverlässigkeit und die Sicherheit ab.

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